Dennis Ullrich feiert 5. ADAC MX Masters


Die Meister 2019 v.l.n.r.: Edvards Bidzans beim ADAC MX Junior Cup, Simon Längenfelder beim ADAC MX Junior Cup 125, Rene Hofer beim ADAC MX Youngster Cup und Dennis Ullrich beim ADAC MX Masters

Im ADAC MX Junior Cup 125 dominiert Simon Längenfelder und wird Meister. Edvards Bidzans Champion im ADAC MX Junior Cup 85.


Holzgerlingen. 10.000 Zuschauer feierten beim Finale des ADAC MX Masters in Holzgerlingen die neuen Meister in den vier Klassen des ADAC MX Masters. Bei sonnigem Frühherbstwetter und perfekt präparierter Strecke gab es beim finalen Rennen der sieben Veranstaltungen umfassenden Internationalen Deutschen Meisterschaft spannende Rennen mit zum Teil engen Entscheidungen um die Gesamtsiege zu bestaunen. Dennis Ullrich (Bodo Schmidt Motorsport/Husqvarna) hatte den Titel in der ADAC MX Masters-Klasse schon sicher, bevor der erste Lauf gestartet wurde, denn beide Konkurrenten, die ihm die Führung in der Gesamtwertung noch hätten abnehmen können, waren nicht nach Holzgerlingen gekommen.

"Das war natürlich komisch, als ich am Freitagnachmittag zu Hause auf der Couch erfahren habe, dass Jens Getteman aufgrund einer Verletzung nicht fahren kann und Tanel Leok im Fahrerlager der Motocross-WM in China gesichtet wurde", erklärte Ullrich den Moment als er realisierte, dass ihm sein fünfter Titel nicht mehr genommen werden konnte. "Trotzdem wollte ich natürlich auf meiner Heimstrecke in Holzgerlingen zeigen, was ich kann. Mein Start war nicht schlecht, danach habe ich es erst mal ein paar Runden langsam angehen lassen. Nach einigen Minuten hatte ich einen guten Rhythmus, startete meinen Angriff und konnte recht schnell die Spitze übernehmen. Im Anschluss bin ich mein eigenes Rennen gefahren und konnte mir den Sieg sichern. Ich habe das Rennen einfach genossen und mich meinen Fans gezeigt." Im zweiten Durchgang gab es noch den zweiten Rang hinterher. "Ich wollte kein übertriebenes Risiko mehr eingehen und bin sehr glücklich über den Titel", freute sich der fünffache Champion nach dem Zieleinlauf. "Letztes Jahr hatten mich einige Leute schon abgeschrieben, aber ich habe mit diesem fünften Titel ziemlich deutlich gezeigt, dass ich es noch kann."

Pascal Rauchenecker (Classic Oil/SHR Motorsports/KTM) ließ schon mit der Pole Position am Samstag aufhorchen. Doch das sollte nicht alles sein, denn der Österreicher hatte durch das Fernbleiben von Getteman und Leok noch die Chance auf den Vizetitel. Und diese nutzte der Österreicher, auch wenn er selbst nicht so recht daran geglaubt hatte. "Ich wusste natürlich, dass es rechnerisch möglich ist, aber dass ich hier in Holzgerlingen 45 Punkte holen könnte, erschien mir kaum realistisch", räumte Rauchenecker grinsend ein. "Als ich dann im ersten Lauf einen guten Start erwischt habe und auf Rang zwei gefahren bin, wollte ich diesen Platz auch unbedingt ins Ziel bringen um die Chance am Leben zu halten." Rauchenecker gab alles und brachte den zweiten Rang ins Ziel. Im zweiten Durchgang sollte es sogar noch besser kommen. "Ich habe zum ersten Mal überhaupt bei den ADAC MX Masters den Holeshot gewonnen", wunderte sich der 26-Jährige. "Dann habe ich natürlich alles was ich hatte gegeben und konnte tatsächlich gewinnen. Der reine Wahnsinn!" Tanel Leok (A1M Husqvarna) rutschte durch den Sieg von Pascal Rauchenecker auf Rang drei der Gesamtwertung. Jens Getteman verlor ebenfalls einen Platz in der Tabelle und beendet die Saison auf Rang vier.

Dritter in der Tageswertung wurde Tom Koch (KTM Sarholz Racing Team), der damit auch den fünften Rang der Gesamtwertung mit zwei Punkten Vorsprung vor seinem Bruder Tim (KTM Sarholz Racing) sichern konnte. "Dass ich vor meinem Bruder gelandet bin, war mich ehrlich gesagt nicht wichtig, ich hätte Tim auch den fünften Platz in der Gesamtwertung gegönnt", schmunzelte Koch. "Schön war einfach, dass ich hier beim letzten Rennen nochmal aufs Podium fahren konnte." Das konnte im ersten Durchgang auch Valentin Guillod (KMP-Honda-Racing) mit Platz drei. Den zweiten Durchgang musste der Schweizer jedoch nach einem Sturz vorzeitig beenden. Lukas Neurauter (KTM Sarholz Racing) gelang mit einem sehr beherzten Kampf und dem dritten Platz im zweiten Rennen ebenfalls noch der Gang aufs Siegertreppchen. "Ein gelungener Saisonabschluss!", freute sich der Österreicher.

ADAC MX Youngster Cup

Die Ausgangslage im ADAC MX Youngster Cup war denkbar spannend, denn Jeremy Sydow (DIGA-Procross Husqvarna) hatte vor dem Finale in Holzgerlingen lediglich neun Punkte Vorsprung auf seinen ärgsten Widersacher Rene Hofer (KTM Junior Racing). Mit der Pole Position am Samstag verlieh Sydow seinen Titelambitionen noch einmal gehörig Nachdruck und legte am Sonntag im ersten Lauf noch kräftig nach. Der gebürtige Chemnitzer zog mit vollem Speed durch die erste Kurve nach dem Start und führte das Feld in die erste Runde. Allerdings nicht lange, denn im oberen Streckenteil erwischte Sydow eine Spurrille so unglücklich, dass seine Antriebskette absprang und dabei das Motorgehäuse beschädigte. Aus für den Leader nach nur einer halben Runde!

Hofer hatte ebenfalls einen guten Start erwischt, lag direkt hinter Sydow und nutzte die Gunst der Stunde mit einem ungefährdeten Sieg. Damit hatten sich die neun Punkte Rückstand des Österreichers in einen komfortablen Vorsprung von 16 Zählern verwandelt. Somit musste das hochspannende Duell der beiden Spitzenreiter im allerletzten Wertungslauf der Saison entschieden werden. Sydow gewann erneut den Start und ließ sich den Sieg nicht mehr nehmen, doch Hofer genügte der dritte Platz um den Titel sicher unter Dach und Fach zu bringen. "Ich hatten nicht den besten Start und habe einfach versucht ruhig zu bleiben", berichtete Hofer von der nervlich belastenden Fahrt zum Titel. "Ehrlich gesagt, habe ich mich kaum getraut mehr als Halbgas zu geben. Jeder von uns hätte sich natürlich gewünscht, dass wir auf der Strecke direkt gegeneinander um den Titel kämpfen, aber man kann es sich nicht immer aussuchen. Ich denke Jeremy und ich haben eine tolle Saison abgeliefert und werden in Zukunft sicher noch öfter zusammen fahren."

Sydow konnte sich verständlicherweise nicht so recht über seinen Laufsieg freuen, zu groß war die Enttäuschung über den verlorenen Titel. "Ich habe mir das Finale natürlich anders vorgestellt", meinte der Vizechampion zerknirscht. "Nach dem Ausfall war mir natürlich klar, dass der Titel so gut wie verloren ist. Wir hatten eine tolle Saison und ich denke Rene hat den Titel auch verdient. Glückwunsch an ihn!" Zweiter der Tageswertung wurde Michael Sandner (Thermotec Racing KTM Team by Mefo Sport). Der Österreicher hatte schon am Samstag die schnellste R